Dead Drops & PirateBox: Offline-Filesharing

Dieses Jahr im Dezember wird LemmingZ zehn Jahre alt. Bei der ersten LAN-Party noch mit nem 10-MBit/s-Ethernet, was aufgrund seiner Bus-Struktur zum Spielen von Stronghold ausgereicht hat, Daten tauschen ging dann damit nur während den kurzen Schlafpausen. Auf den nachfolgenden Veranstaltungen hatten wir dann zum Glück schon 100MBit/s zur Verfügung, was einerseits den Spielspaß verbessert hat, aber auch das Erweitern der Musik- und Videosammlung in einem vertretbaren Zeitrahmen ermöglicht hat. Auch genau dazu waren die LANs so wichtig, Internet gabs fast nur nach Volumentarifen, von der Geschwindigkeit ganz zu schweigen.

Dann gabs irgendwann DSL und irgedwann wurde das dann auch bezahlbar, und man konnte sich seine Musik etc. auch aus dem Netz ziehen. Kurzum das Filesharing wurde öffentlicher. Das Tauschen ging über die (legale?) Privatkopie hinaus. Der Nachteil des Tauschens übers Internet ist die Protokollierung. Der ISP speichert die IPs und man kann sich nie sicher sein, wer da noch alles mitlogt, wo und wann man was runtergeladen hat.

An diesem Punkt setzen zwei verschiedene (Kunst-) Projekte an: Dead Drops und PirateBox

Dead Drops

'Dead Drops' - NYCCC BY-NC-ND 2.0 by Aram Bartholl

Dead Drops ist ein Projekt des Berliner KünstlersAram Bartholl, hierbei handelt es sich um in Wände o.ä. betonierte USB-Sticks, auf denen jeder hoch- und runterladen kann was er möchte:

‘Dead Drops’ is an anonymous, offline, peer to peer file-sharing network in public space. USB flash drives are embedded into walls, buildings and curbs accessable to anybody in public space. Everyone is invited to drop or find files on a dead drop. Plug your laptop to a wall, house or pole to share your favorite files and data. Each dead drop is installed empty except a readme.txt file explaining the project. ‘Dead Drops’ is open to participation. If you want to install a dead drop in your city/neighborhood follow the ‘how to’ instructions and submit the location and pictures.

Mittlerweile gibt es weltweit rund 200 Stück mit insgesamt fast 500GB Speicherplatz und täglich kommen neue dazu, auch in Deutschland. Nachdem SpiegelOnline über das Projekt berichtet hatte, ist erstmal die Website zusammengebrochen. Jetzt kann man wieder über die eingebaute WorldMap Dead Drops auch in seiner Nähe suchen.

PirateBox

PirateBoxCafe1CC BY-NC-SA 3.0 by David Darts

PirateBox ist ein Projekt des Kunstprofessors David Darts, der ein portables Filesharing-Netzwerk (in eine Lunchbox) gebaut hat. Mithilfe eines Router mit DD-WRT-Firmware und einer Seagate Dockstar (ein kleines Ding, was einem Festplatten und USB-Geräte ans Netzwerk/Internet anschließt) auf die dann auch ne andere Firmware kommt, damit da dann n Linux drauf läuft, was man braucht um dann damit Dateien verteilen zu können.

Kann man überall mit hinnehmen und dann können wildfremde Menschen Dateien tauschen. Komplett ausgereift scheint mir das Konzept noch nicht zu sein, da die Daten alle auf einem Speicherstick in der Box gespeichert werden, da ist man also evtl. auf einige wenige GB beschränkt. Oder man baut doch ne richtige Festplatte ein.

Schaut man in die Bauanleitung und klickt dann auf den Link zur Piraten-Brotbox, empfiehlt einem Amazon auch gleich noch den Router und die Dockstar. Die Dockstar kostet leider mittlerweile fast $80, als die 2009 rauskam, hat die 25€ gekostet.

[via Nerdcore]


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