[52 Games|09] Klang: Dear Esther

Jepp, schon wieder Dear Esther. Aber diesmal geht es mir in zweierlei Hinsicht um Klang, zwei Aspekte die ich beim ersten Beitrag vernachlässigt hatte.

Zum einen natürlich der Soundtrack* (den es in der alten Version auch als kostenlosen Download gibt), bei dem ich immernoch Gänsehaut bekomme, auch wenn ich das Spiel grade nicht spiele. Keine epischen Orchester, ein Cello oder ein Flügel mit einfachen Melodien. Toll.

Zum anderen ist da noch der Klang der Stimme. Auch wenn es immer der gleiche Sprecher ist, kann man am Klang erkennen, um welchen der drei Sprechenden es sich handelt. Genauso ist die leichte emotionale Veränderung im Laufe des Spiels nur durch die Klangfarbe der Stimmen zu erkennen. Aber da ist auch noch der Klang der Sprache, etwas was für mich noch einmal besonders heraustritt. 

Ich habe beim ersten durchspielen höchstens die Hälfte der Texte verstanden, sie sind alle in einem sehr schönen Englisch verfasst, bei dem ich einen Haufen Wörter nicht kannte (wer spricht den heute noch so, und alte Texte werden komischerweise in der Schule nicht behandelt), weshalb ich dann angefangen habe mir das Skript zu überstetzen.

Mittlerweile gibts die Community-Übersetzungen, die man sich einfach installieren kann und dann hat man wenigstens die Untertitel in Deutsch o.ä. Und da fehlt es mir wiederum an Klang. Es wurde sehr nah am Original übersetzt, um irgendwie den Inhalt rüberzubringen, aber die Schönheit der Sprache, die ja im Deutschen durchaus vorhanden ist, ist futsch. Vielleicht kann sich da ja mal jemand mit Ahnung und Talent ransetzen und diesem fabelhaften "Spiel" eine gebürtige Übersetzung schenken. Und dann noch jemand mit ner passenden Stimme einsprechen lassen. Das wäre super.


[52 Games|03] Natur: Dear Esther

Dear Esther. I have lost track of how long I have been here, and how many visits I have made overall. Certainly, the landmarks are now so familiar to me that I have to remind myself to actually see the forms and shapes in front of me. I could stumble blind across these rocks, the edges of these precipices, without fear of missing my step and plummeting down to sea. Besides, I have always considered that if one is to fall, it is critical to keep one's eyes firmly open.

Dear Esther - Beginnig ScreenshotDear Esther ist kein Spiel, Dear Esther ist eine Geschichte. Wobei das auch wieder nicht ganz stimmt, eine Geschichte hat eine Handlung, aber davon hat selbst Serious Sam mehr. Eher geht es darum eine, oder besser drei Geschichten zu erfahren: die eigene, die des Autors Donnelly und die des Hirten Jacobson. 

Während man sich vom Leuchtturm aus aufmacht in Richtung des in der Ferne blinkenden Sendemasts, bekommt man an verschieden Stellen immer wieder Teile der Geschichten erzählt, die Reihenfolge ist jedoch bei jedem Durchlauf verschieden.

Nachteile: ordentliches Englisch sollte man trotz Untertitel (auch nur in Englisch) schon draufhaben, sonst geht einiges an Inhalt verloren. Es gibt vier Kapitel, die nach und nach freigeschaltet werden, allerdings kann man nicht speichern, man sollte also nicht zu tief ins Wasser zu gehen oder von Klippen zu springen. 

Noch weitere Fakten etc. gibts bei Leuten die besser schreiben bzw. reden können als ich.

Wer grade 8€ übrig hat, Spaß am Visuellen und einen einigermaßen leistungsfähigen Rechner (alle Einstellungen aufs Maximum sollte man sich schon gönnen...) hat, dem kann ich Dear Esther nur empfehlen. Wen nur die Story insteressiert, kein Geld ausgeben will, der kann sich auch die ursprüngliche Version als Half Life 2-Mod kostenlos herunterladen.

Und nun zum Thema: Bis auf die Ausnahmen der Hosentaschenkonsolen könnten Games und Natur kaum gegensätzlicher sein. Also was über Natur in Spielen. Und hier scheint mir Dear Esther genau das richtige zu sein, es zeigt was möglich ist. Das haben zwar vorher auch schon andere gemacht (z.B. FarCry), aber hier ist die Natur zum Erkunden da. Ein Spiel für die, die bei CMR auf der Strecke stehen bleiben, um die Aussicht zu geniessen, für die, die im Schritttempo durch Liberty City fahren und das Detailreichtum bewundern, ständig in der Hoffnung noch etwas neues zu entdecken.