[how to] Radicale auf dem Raspberry Pi installieren (CardDAV-/CalDAV-Server)

Radicale Raspberry Pi Logo

Um seine Kalender und Kontake auf mehreren Geräten syncron zu halten, gibt es verschieden Möglichkeiten. Am einfachsten geht das warscheinlich mit Google, die unterstützen viele Formate und machen auch den Export der Daten verhältnismäßig einfach. Bei Apple und Microsoft wird es außerhalb des eigenen Systems etwas umständlich.

Wer auf den Upload in die "Cloud" verzichten möchte, kann sich sog. CalDAV- bzw. CardDAV-Server einrichten. Gerade weil eine Synchronisation nicht permanent erfolgen muss, bietet es sich an, diesen Server im heimischen LAN zu betreiben, wofür sich wiederum der Raspberry Pi oder ein ähnlicher Minicomputer hervorragend eignet.

Wer auf seinem RasPi bereits einen Webserver wie Apache oder nginx laufen hat oder Wert auf ein hübsches (Web-)Frontend legt, der sollte sich Baïkal genauer ansehen und auch ownCloud hat entsprechende Features an Bord.

In einem Podcast von Marcus 'monoxyd' Richter zum Thema private Cloud bin ich auf Radicale aufmerksam geworden, einen einfachen Kalender- und Kontakte-Server, der als Python-Skript auf fast jedem System läuft. Glaubt man der Website, dann läuft der sogar ohne Konfiguration und Installation. Da dann aber ein paar Sachen doch nicht so klappen, wie ich mir das vorgestellt hatte und ich keine 100%ige out-of-the-box-Lösung gefunden habe, nochmal für mich selbst, falls ich mal kein Backup gemacht habe und für alle Suchenden:

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Raspberry Pi im eduroam-WLAN betreiben (IEEE 802.1X)

Raspberry Pi

Es soll ja Menschen geben, die zu Bildungszwecken von ihrer Lehreinrichtung einen Raspberry Pi (geliehen) bekommen haben. Einige dieser Lehreinrichtungen nutzen das sogenannte eduroam, eine Initiative, die Mitarbeitern und Studenten von partizipierenden Universitäten und Organisationen einen Internetzugang an den Standorten aller teilnehmenden Organisationen unter Verwendung ihres eigenen Benutzernamens und Passwortes über (Wireless) LAN ermöglicht.

Wenn man nun seinen RasPi über WiFi im eduroam betreiben möchte, aber nur rudimentäre Linux-Kenntnisse besitzt, hat man evtl. ein Problem, denn der WLAN-Assistent des RasPi-Standard-Linux Raspbian ist sehr einfach gehalten und unterstützt nicht den IEEE 802.1X-Standard zur Authentifizierung.

Da dieser Assistent aber auch nur den wpa_supplicant füttert, kann man dessen Konfigurationsdatei auch von Hand erstellen und dann klappts auch mit dem eduroam.

Auch wenn die eigenen Zugangsdaten bei jedem Teilnehmer des eduroam funktionieren sollten, kann es sein, dass Algorithmen von Standort zu Standort verschieden sind, daher sollte man sich vorher beim jeweiligen Rechenzentrum informieren und die Angaben unten in der Beispieldatei anpassen. Bei mir war es wichtig, zuerst das Stammzertifikat der Hochschule auf dem RasPi zu speichern.

wpa_supplicant.conf

ctrl_interface=DIR=/var/run/wpa_supplicant GROUP=netdev
update_config=1

#Einstellungen des Heimnetzes, bei Bedarf disabled=0 setzen
network={
	ssid="homeWLAN"
	psk="******"
	proto=RSN
	key_mgmt=WPA-PSK
	pairwise=CCMP
	auth_alg=OPEN
	disabled=1
}

#Einstellungen zu eduroam
network={
	ssid="eduroam"
	proto=RSN
	key_mgmt=WPA-EAP
	pairwise=CCMP
	auth_alg=OPEN
	eap=TTLS
	#Entsprechende Zugangskennung, in den meisten Fällen die komplette Email-Adresse!
	identity="s05*****@htw-berlin.de"
	password="********"
	ca_cert="/etc/wpa_supplicant/deutsche-telekom-root-ca-2.der"
	phase2="auth=PAP"
	priority=5
}

Diese Datei muss dann nur noch auf dem RasPi unter /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf gespeichert werden (Root-Rechte beachten!).